1976 stellte Yamaha in Marrrakesch das erste geländegängige Motorrad in Großserie vor. Die Yamaha XT 500, mit einen 500 Kubikzentimeter großen Einzylinder-Motor und einem Leergewicht von 141 Kilogramm.

Der japanische Hersteller erschuf mit diesem Motorrad den Begriff Enduro, der auf den Seitendeckeln des Motorrades aufgedruckt wurde. Die Entwickler verwendeten dafür den englischen Begriff „Endurance“ oder Ausdauer.

Sie konnten sich damals aber noch nicht vorstellen, dass sie damit eine ganz neue Kategorie von Motorräder erschufen. Seitdem gelten Enduros als auf Straßen zugelassene Geländemotorräder, die auch für lange Reisen mit viel Gepäck geeignet sind.

Die XT 500 gilt auch heute noch als sehr robust, was viele lange Reisen beweisen, die mit dem Motorrad durchgeführt wurden. Selbst bei der Rallye Paris Dakar wurden Yamaha XT 500 eingesetzt und erzielte beachtliche Erfolge. In dem Film „In tödlicher Mission“ wird die XT 500 für Verfolgungsjagden über Skipisten und eine Bobbahn eingesetzt.

Der Erfolg dieses Motorrad basiert auf den DT-Modellen, die Yamaha mit Zweitaktmaschinen ausrüstete. Das Fahrwerk der XT 500 wurde mit zwei konventionellen Stoßdämpfer entworfen und nicht mit dem Zentralfederbein wie die kleineren DT Modelle.

Die Technik

Das Herz des Motorrads war aber der robuste Einzylinder-Motor mit 500 Kubikzentimetern. Er hat eine obenliegende Nockenwelle mit zwei Ventilen und verfügte über viel Drehmoment. Der Motor wurde durch ein Kickstarter gestartet, der einiges an Übung benötigte.

Viele der ausgelieferten Maschinen wurden nach den Vorstellungen der Besitzer umgebaut. Im Zubehörhandel konnten unter anderem größere Tanks gekauft werden, die an die Paris Dakar Maschinen erinnerten. Mit Ihnen konnte die Kraftstoffreserve bis auf 25 Liter erweitert werden. Damit konnten Reichweiten von bis zu 400 Kilometern erreicht werden.

Bis 1986 wurde die XT 500 noch mit einer 6-Volt-Wechselstromanlage ausgeliefert. Um eine konstante Beleuchtung zu garantieren, wurden viele Motorräder dieses Typs mit 12-Volt-Gleichstromanlagen ausgerüstet.

Obwohl die XT 500 mit einem Leergewicht von 150 Kilogramm nur bedingt geländegängig war, gilt sie als die Mutter aller großen Enduros. Auch die Motorleistung war mit 27 bis 33 PS eher dürftig. Trotzdem überzeugte das Konzept mit den für damalige Zeiten extremen Federwegen und der Robustheit des Motorrads.

Die XT 500 hatte bis zum Ende ihrer Bauzeit 1989 viele Anhänger, sodass sie sogar das Nachfolgemodell XT 550 überlebte und noch angeboten wurde, als Yamaha die viel modernere XT 600 auslieferte.